Es werde Licht: Lichtdesigner
im Interview
Was in der Genesis der Anfang war, darf im Interior Design nicht der Schlusspunkt sein. Licht. Der Ursprung von Form und Farbe. Ein Element der Innenarchitektur, das bei Projekten von Aufschnaiter von Beginn an mitgeplant wird. Gemeinsam mit erfahrenen Partnern im Bereich Lichtplanung entsteht Stimmung, Kontrast, Struktur – so auch bei der Realisierung des eigenen House of Interior.
Die Partner Deltalight und STUDIO30GRAD geben Einblicke in die Licht- und Schattenseiten, in die Möglichkeiten und Herausforderungen des Lichtdesigns.
Lichtplanung mit Wirkung.
Kompetente Partner.
STUDIO30GRAD und Deltalight sind zwei der renommierten Lichtplaner, mit denen Aufschnaiter eng zusammenarbeitet. Beide waren von Beginn an maßgebend am Lichtdesign des House of Interior und Teil des Projektteams von Aufschnaiter.
Licht formt Raum
Als visuelle Wesen nehmen Menschen ihre Umwelt zum großen Teil über die Augen wahr. Und so bezeichnet Andreas Grabner von STUDIO30GRAD Licht als einen der „entscheidenden Baustoffe“ eines Raums. Im Zusammenspiel mit Farben und Materialien hat Beleuchtung einen enormen Einfluss auf das Erscheinungsbild und die Stimmung eines Raumes.
„Ohne Licht gibt es keine Wahrnehmung von Raum,“ bringt es Deshprim Krasniqi von Deltalight auf den Punkt und Grabner ergänzt: „Räume können optisch verbreitert, verlängert oder erhöht werden – allein durch Licht.“
Licht gibt Struktur
Formen, Farben und Materialien interagieren auf sensible Weise mit den Lichtquellen, die sie umgeben. Oberflächen gewinnen durch Licht ihren individuellen Charakter. So kann eine Steinwand je nach Beleuchtung strukturiert und lebendig oder flach und unscheinbar wirken. Licht ermöglicht eine Neuinterpretation von Formen, Proportionen lassen sich optisch strecken, zonieren oder akzentuieren.
Licht schafft Gefühl
„Die Natur kapieren und kopieren.“ Im Sinne dieses Ansatzes imitiert Deltalight das natürliche Zusammenspiel aus Licht und Schatten. So wie die Lichtstimmungen im Freien – vom strahlenden Sonnenschein bis zum diffusen Licht eines Regentages – beeinflusst auch das Raumlicht unser Wohlbefinden. Denn die menschliche Biologie steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Licht, das uns umgibt. Es beeinflusst unsere innere Uhr, Motivation, Konzentration und persönliches Wohlbefinden. Auch das macht Licht zum wichtigen Baustein eines angenehmen Raumgefühls.
Andreas Grabner, STUDIO30GRAD
„Gute Lichtplanung beginnt nicht auf der Baustelle, sondern am Entwurfstisch.“
Funktion trifft Ambiente
Licht erzeugt Atmosphäre, ist aber auch Funktionsgeber. Ein Wohnzimmer braucht ein anderes Lichtdesign als ein Arbeitsplatz. Im Schlafzimmer ist die Lichtstimmung eine sanftere. Dabei richtet sich gutes Lichtdesign nach dem Menschen, der den Raum nutzt, und berücksichtigt diese persönlichen Anforderungen. Für jeden Raum wird die passende Lichtstimmung erzeugt – vom produktiven Arbeitsplatz zum erholsamen Rückzugsort.
„Funktionales Licht bedeutet, dass jede Tätigkeit optimal unterstützt wird. Atmosphäre entsteht durch bewusste Reduktion, durch Dimmen und durch das richtige Zusammenspiel der Lichtquellen,“ erzählt Grabner.
Zweck
& Wirkung
Arbeitsbereiche verlangen nach einem ruhigen, blendfreien und funktionalen Licht. Wohn- und Aufenthaltsräumen sollen in Wärme und Behaglichkeit getaucht werden. Im einen steht Konzentration, im anderen Entspannung im Vordergrund.
Mit mehreren unterschiedlichen dimmbaren Lichtquellen – etwa Spots, Pendel- oder Tischleuchten – schaffen Lichtdesigner in Wohnbereichen Wohlbefinden und Intimität. Punktuelle Detailleuchten wie sanfte Nachtlichter können zusätzlich Orientierung geben.
Während jeder Raum seine individuelle Beleuchtung braucht, brauchen gleichzeitig unterschiedliche Situationen eigene Lichtlösungen. Deshalb sollten Räume verschiedene Lichtstimmungen ermöglichen. Ein Besprechungsraum etwa benötigt variable Lichtszenarios für Meetings, Präsentationen, vertrauliche Gespräche oder Abendveranstaltungen.
Deshprim Krasniqi, Deltalight
„Durch die Kombination unterschiedlicher Lichtquellen – ob gerichtet oder diffus – sowie durch gezielte Lichtführung und -wirkung lassen sich funktionale Anforderungen und stimmungsvolle Inszenierung miteinander verbinden.“
Das HOI
erleuchten
Im House of Interior hat Aufschnaiter gemeinsam mit seinen Partnern Räume geschaffen, in denen Licht von Anfang an Teil der Planung war. Versteht sich doch die Lichtplanung als Bindeglied zwischen Architektur und Interior.
Es sollte ein einzigartiger Ort entstehen, der Besucher inspiriert und gewohnte Vorstellungen hinterfragt. Deshalb wurde die Lichtplanung als integraler Bestandteil des Projekts konsequent in Architektur und Innenarchitektur eingebunden. Architektur, Interior und Licht entwickelten sich im Dialog.
Sind Lichtplaner von Anfang an Teil eines Projektteams, geben Neubauten Freiheit zur Gestaltung, Umbauten geben Strukturen vor. „Beide Bereiche haben ihren Reiz,“ so Andreas Grabner.
In der Bauphase des House of Interior stellte sich etwa heraus, dass man mit sehr geringen Tiefen würde arbeiten müssen. Gleichzeitig kann beim Umbau aber Vorhandendes als zentrales Gestaltungselement dienen. So wie in diesem Fall die bestehenden Säulen mit ihrer Rillenspachtelung. So oder so kann durch präzise und frühzeitige Planung ein hochwertiges, charakterstarkes Ergebnis entstehen.
In der offenen Struktur des House of Interior war es nicht zuletzt die Aufgabe des Lichtdesigns, Orientierung zu geben, Räume zu strukturieren, sich dabei aber in Zurückhaltung zu üben. Durch die Arbeit mit unterschiedlichen Lichtniveaus wurden Zonen geschaffen, in denen das Licht Aufmerksamkeit lenkt und Schwerpunkte setzt. Es entstanden Lichtinseln – hellere Bereiche, die zum Verweilen und Entdecken einladen.
In ihrer Arbeit griffen die Lichtplaner von STUDIO30GRAD den Ansatz der vier Elemente auf, in dem Licht das Element Feuer repräsentiert. Es bringt Wärme, Energie und Emotion in den Innenraum.
Durch die flexible Anpassbarkeit von Helligkeiten und einzelner Leuchten werden Lichtszenen möglich, die sich je nach Tageszeit oder Nutzung einsetzen lassen – sei es für den regulären Betrieb oder für Veranstaltungen.
Kein klassischer Showroom, sondern Raum der Inspiration sollte das House of Interior werden. Nicht gleichmäßig oder rein funktional beleuchtet. Es ging allen Beteiligten von Anfang an um die lebendige Inszenierung von Raum, Materialien und Ausstellungsstücken. Der gezielte Einsatz von Kontrasten, das Zusammenspiel aus Licht und Schatten wurde zum zentralen Gestaltungsmittel.
Deshprim Krasniqi, Deltalight
„Ich vergleiche es gerne mit einem Konzert: Jedes Instrument trägt zum Gelingen der Komposition bei. Erst im Zusammenspiel entsteht eine Lösung, die atmosphärisch überzeugt und emotional berührt.“
Design
im Rampenlicht
Interieur in Szene setzen, Licht als raumschaffendes Element von Beginn an mitdenken. Mit Aufschnaiter.



